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Herberge für fromme Reisende - Das Pilgerspital Heilig Kreuz

Heilig Kreuz KircheBlick auf das Pilgerspital an der Ecke Johannis-Mühlgasse/Johannisstraße, Fotografie 1912 (Sammlungen der Frhr. Haller v. Hallerstein)
Sind dem interessierten Kirchenbesucher in St. Johannis vielleicht der Peringsdörfer- wie auch der Vierzehn- Nothelfer-Altar aus der Friedenskirche vertraut, so wissen die wenigsten über deren Herkunft. Bis kurz vor deren Zerstörung am 2. Januar 1945, befanden sich beide Altäre in der heute fast vergessenen Heilig-Kreuz-Kirche, deren bauliche Relikte sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Hinter einer Häuserfassade der 1950er Jahre in der St. Johannis- Mühlgasse verbirgt sich die Kirchenruine des einst eindrucksvollen und malerischen Ensembles des Pilgerspitals Heilig-Kreuz.

Neben der Kirche bestand die 1354 erstmals erwähnte Einrichtung aus Herberge, Pfründnerhaus, Stallungen und Gartenhäuschen und prägte an der Ecke Johannisstraße/St. Johannis-Mühlgasse das Bild des Stadtteils bis ins 20. Jahrhundert. Ziel der Hallerschen Stiftung war es, den zahlreichen häufig frommen und religiös motivierten Reisenden eine Herberge zu bieten. Die Spitalordnung enthält eine klare Definition der Zielgruppe: "Bilgram und weller", also Pilger und Wallfahrer, sollten im Spital Aufnahme finden, dazu "arm priester, arm studenten und schuler, die ir gereth und pucher mit ine tragen". Hingegen wurden Kinder, Landfahrer, Krüppel, Gaukler, Blinde oder Personen mit ansteckenden Krankheiten abgewiesen. Mit dem Übergang Nürnbergs an Bayern 1806 wurde die Hallersche Stiftung aufgelöst, die einzelnen Gebäude unabhängig voneinander weitergenutzt; einigen Johannisern ist sicherlich die Gaststätte "Kreuzla" im Pilgerspital noch ein Begriff.

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