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Genießen in Johannis

Johannis-Magazin Nürnberg Ausgabe September 2009

Johannis-Magazin Nürnberg Ausgabe September 2009 - Bei einem guten Buch ist es egal, wo man es liest. Gesehen in der LindengasseBei einem guten Buch ist es egal, wo man es liest. Gesehen in der Lindengasse.
Foto: W. Pusch

Wenn man in die Internet-Suchmaschine Google den Begriff "Genuss" eingibt, zeigt sie in 0,26 Sekunden etwas 7.360.000 Seiten auf deutsch. Einige davon sind mit Sicherheit in St. Johannis zu finden. Nehmen Sie sich für Sie aber ruhig etwas Zeit.

Genuss vergoldet das Leben

Die Geburtsstunde von St. Johannis als Ort zum Genießen liegt wohl im 17. Jahrhundert, als die ersten Hesperidengärten angelegt wurden. Die hier lebenden reichen Kaufleute nahmen sich die prachtvollen Lustgärten der Adeligen zum Vorbild, bauten Zitrusfrüchte an und ergänzten die Anlagen mit Statuen und Brunnen. Schönheit war das Ziel; sie zu erleben, der Zweck. Jahrhunderte sind vergangen, viel hat sich im Stadtteil getan. Wie genussreich ist St. Johannis heute?

Johannis-Magazin Nürnberg Ausgabe September 2009 - Sie hat ihren Platz an der Sonne an der Hallerwiese gefundenSie hat ihren Platz an der Sonne an der Hallerwiese gefunden.
Foto: W. Pusch

Die Zeitschrift Prinz hat in der Ausgabe vom Juli 2009 unter dem Titel "Hier will ich leben" fünf Nürnberger Stadtteile (plus Fürth) nach unterschiedlichen Kriterien zur Lebensqualität verglichen. St. Johannis erhält demnach vier von sechs möglichen Punkten im sogenannten "Latte-macchiato-Faktor": das soll die "Mischung aus Hipness und Gemütlichkeit" sein, "die jeder sofort spürt, wenn er offen durchs Viertel geht." Ebenso gut schneidet St. Johannis bei Naherholungswert, Kreativität, Sicherheit und Weltoffenheit ab. In Punkto Architektur bzw. ob das Viertel gepflegt oder heruntergekommen aussieht, erreicht St. Johannis fünf von sechs Punkten: kein anderer Stadtteil hat mehr. Und Prinz erwähnt ausdrücklich, dass, wer Wert auf gutes Essen legt, je nach Budget und Vorliebe viele Möglichkeiten hat, sich "im schönsten Stadtteil der Welt" verwöhnen zu lassen.

Ja, dass man in Johannis Essen und Trinken genießen kann, ist unumstritten. Es gibt viele ausgezeichnete Lokale und es kommen immer wieder neue Küchentempel hinzu. Genuss ist jedoch natürlich mehr als Essen und Trinken.

Johannis-Magazin Nürnberg Ausgabe September 2009 - In der Heinrichstraße erreicht die Herbstpracht immer neue HöhepunkteIn der Heinrichstraße erreicht die Herbstpracht immer neue Höhepunkte.
Foto: W. Pusch

Der gute, alte Brockhaus beschreibt Genuss als eine "der Lust verwandte angenehme Empfindung." Was allerdings als angenehm empfunden wird, ist recht unterschiedlich. Der eine blüht auf, wenn er in voller Lautstärke Musik hört, der andere fühlt sich am wohlsten, wenn er Ruhe und Stille erlebt. Beides - alles! - ist in Johannis möglich: Genuss durch Schmecken, Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Genuss mit allen Sinnen. Die Auswahl ist wirklich groß.

Für Gisela Zimmermann von Aphrodite-Naturkosmetik in der Lindengasse geht Genuss nicht nur unter, sondern über die Haut. "Ich erlebe es jeden Tag, wie unsere Kunden einfach zufriedener sind, nachdem sie sich eine hochwertige Pflege, eine KosmetikBehandlung oder eine Wellness-Massage gegönnt haben."

Johannis-Magazin Nürnberg Ausgabe September 2009 - Geschmackvolles Ambiente für genussreiche SpeisenGeschmackvolles Ambiente für genussreiche Speisen.
Foto: Restaurant Refugium

Genuss hat zweifellos etwas mit Geschmack zu tun, über den sich wiederum bekanntlich streiten lässt. Im Prinzip ist jedem Menschen die Fähigkeit zu genießen angeboren. Manchmal ist es eine Frage der inneren Einstellung, Sie wissen schon, die alte Frage, ob ein Glas halbvoll oder halbleer ist. Meistens ist Genuss jedoch nur eine Frage des Bewusstseins. Kurz innehalten und spüren: Das, was ich jetzt gerade erlebe, ist richtig schön! Und auch, wenn diese Augenblicke nur kurz sein mögen: man kann sie durch Vorfreude und Erinnern verlängern. "Reisen sind das Genusserlebnis, das sich durch planen, buchen, durchführen, berichten und Fotos ansehen am besten verlängern lässt", sagt Lars Heinemann von Heinemann-Touristik in der Brückenstraße. Aber auch Konzerte, Vorträge und Lesungen, von denen es in St. Johannis immer wieder Angebote gibt, können wirken wie ein Fest.

Die beginnende Jahreszeit empfängt uns mit ganz besonderen Genüssen: neuer Wein, Pilze, Wild - im Kaffeehaus am Hesperidengarten gibt es schon fränkischen Federweißen und Zwiebelkuchen! Schon die Gedanken daran sind köstlich! Wer einen Garten hat, fühlt sich jetzt reich beschenkt. Äpfel und Zwetschgen, Karotten und Kürbisse, Holunder und Trauben: alles reif, süß, saftig, duftend. Und bunt. Die Natur drückt zum Abschied des Erntejahres noch einmal richtig auf die (Farb-) tube. In allen Nuancen das Herbstlaub, das wirbelt und raschelt und zwischen dem sich Kastanien suchen lassen, wie im Frühjahr die Ostereier. Goldgelb die breit lachenden Sonnenblumen. Weiß-rosa-rot die Rosen, die bis zum ersten Frost noch einmal beweisen, wer im Blumenbeet die wahre Königin ist.
Genüsse, die es selbstverständlich nicht nur in St. Johannis gibt. Aber hier eben in einmaliger Form, hoch dosiert und konzentriert, zu erleben sind.

Johannis-Tipp

Die sieben Genussregeln nach Dr. med. Rainer Lutz vom Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg:

  • 1. Genuss braucht Zeit
  • 2. Genuss muss erlaubt sein
  • 3. Genuss geht nicht nebenbei
  • 4. Wissen, was einem gut tut
  • 5. Weniger ist mehr
  • 6. Ohne Erfahrung kein Genuss
  • 7. Genuss ist alltäglich
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